Kategorien
Textilien

DIY Druckknöpfe anbringen

Nichts ist ärgerlicher als Kleidung die einfach ihre Funktion nicht erfüllt. So musste ich erneut schmerzlich erfahren, dass billige Käufe selten gute Käufe sind.

Die schnell vor dem Urlaub gekaufte Skihose hielt nur wenige Tage bis der Klettverschluss an den Hosenträgern vollkommen ohne Halt war und die Hose nur noch rutschte. Wegschmeißen war hinsichtlich der Nachhaltigkeit keine Option, also musste eine Reparatur her. Mit zwei Druckknöpfen sollten die Hosenträger deutlich besser halten.
Hier die Anleitung:

1. Klettverschluss entfernen

Zunächst musste der nicht funktionsfähige Klettverschluss auf beiden Seiten entfernt werden.

Nahttrenner entfernt Klettverschluss

Mit einem Naht-Trenner (Link) ist das in wenigen Minuten erledigt. Anschließend werden alle losen Fäden aus dem Stoff entfernt.

Der Klettverschluss mit allen Nähten wurde entfernt

2. Druckknöpfe einsetzen

Zum Einsetzen der Druckknöpfe habe ich mir für ca. 30€ ein Druckknopfset mit Zange von Prym bestellt. Bei Amazon wird man mit vielen günstigen asiatischen Alternativen überhäuft, aber da die Skihose schon ein Reinfall war, sollte ich hier wohl mal auf die gute Qualität der deutschen Marke setzen 😁

Im ersten Schritt werden mit der Zange Löcher in den Stoff gestanzt. Dafür legt man die beiden Stoffe passend übereinander und drückt mit der Zange dort ein Loch durch den Stoff, wo später der Knopf sitzen soll.

Ein Loch stanzen

Daraufhin sollten beide Stoffteile ein sauber geschnittenes Loch haben. Im folgenden Bild sieht man das Ergebnis.

Gestanztes Loch im Stoff

Jetzt kann der Druckknopf in die Hose gesetzt werden. Der Knopf besteht aus insgesamt vier Teilen. Zwei bilden die Oberseite und zwei die Unterseite.

Im oben verlinkten Prym Vario Plus Sortimentskasten sind bereits mehrere Druckknöpfe enthalten. In diesem Fall nutzen wir die „Anorak“-Druckknöpfe in schwarz.

Wir fangen mit der Außenseite an. Dafür werden lediglich die beiden Pressbacken für die äußere Seite des Druckknopfes in die Zange eingesetzt und mit etwas Kraftaufwand durch das gestanzte Loch gepresst.

Einpressen des äußeren Druckknopfes

Daraufhin kann auch der innere Druckknopf eingesetzt werden. Auch hierfür sind zwei Pressbacken im Set enthalten. Mit diesen lässt sich auch der innere Druckknopf schnell in den Stoff einpressen.

Einpressen des inneren Druckknopfes

Und das war auch schon der ganze Zauber. In nur 20 Minuten ist der Druckknopf fertig und die Hose wieder Einsatzbereit.

Die 30€ für die Zange sind zwar genauso teuer wie die gesamte Skihose, aber das Set wird wohl noch für viele weitere Bastelprojekte halten.
Und irgendwie hat es natürlich auch Spaß gemacht 😉

Kategorien
Allgemein

Bett selber bauen

Für unsere Dachschräge konnten wir in den Möbelhäusern leider kein passendes Bett entdecken, also mussten wir wieder selber ran. So schwierig kann das ja nicht sein. Und so war es auch.

Voraussetzungen

  • Es sollte ein Bett mit den Standardmaßen 180×200 werden.
  • Die Höhe des Bettes sollte auf Grund der Dachschräge etwa 55cm betragen
  • Der Preisrahmen sollte möglichst unter 100€ liegen

Material

Folgende Materialien haben wir benötigt:

Position
4x Leimholzplatte Akazie 200x18x2000 [mm]
2x Holzleiste Buche 20x27x2000 [mm]
1x Glattkantbrett Fichte 44x74x2000 [mm]
4x Holzdübel 6×30 [mm]
https://amzn.to/3cLmG3U
28x Schraube Spax 4.0×40 [mm]
https://amzn.to/3pPCDtU
4x Bettfuß mit Eckwinkel
https://amzn.to/2YGwNin
6x Abdeckkappen D12 [mm] für Schrauben TX20
https://amzn.to/3rdmQFk
Tabelle 1: Materialien für das Bett

Folgende Materialien haben wir dann tatsächlich gekauft:

PositionKosten
4x Leimholzplatte Akazie 200x18x2000 [mm]66,64€
2x Holzleiste Buche 20x27x2000 [mm]14,98€
1x Glattkantbrett Fichte 44x74x2000 [mm]6,98€
50x Holzdübel 6×30 [mm]1,99€
125x Schrauben Spax 4.0×40 [mm]14,59€
50x Abdeckkappen D12 [mm] für Schrauben TX20 1,69€
Tabelle 2: Materialien für das Bett

Alle Materialien gab es problemlos beim Baumarkt. Preislich liegen wir dabei leicht über dem Budget. Wir haben allerdings ein etwas größeres Schraubenpaket als nötig genommen. Schrauben kann man immer gebrauchen 😉 Die Schrauben gibt es übrigens bei Amazon deutlich günstiger (mehr für weniger). Hier noch einmal der Link für euch: https://amzn.to/3pPCDtU.

Die Bettfüße konnten wir glücklicherweise vom bisherigen Bett übernehmen. Manche Baumärkte könnten diese Eckwinkel vorrätig haben, ansonsten gibt es sowas zu Hauf bei Amazon. Da diese Eckwinkel direkt mit der Matratze in Kontakt kommen sollte man übrigens keine scharfkantigen Winkel kaufen.

Bettfüße
Bettfüße unseres vorherigen Bettes

Konzept

Für die Maße des Bettes ist vor allem die Größe der Liegefläche ausschlaggebend. Wir haben uns für zwei Matratzen mit den Standardmaßen 90×200 [cm] entschieden. Da sich die Matratzen leicht quetschen lassen, kann man die Größe der Liegefläche als Innenmaß des Bettgestells übernehmen.

Die Matratze wird bei den meisten Betten von einem Lattenrost getragen. Damit das Rost in das Bettgestell passt, ist es in der Regel etwas kleiner als die Nennmaße der Matratze. In unserem Fall statt 90×200 nur etwa 88×198 [cm]. Damit es später sicher in das Bettgestell passt, sollte man aber besser vorher einmal abmessen.

Das Lattenrost wird nur auf der langen Seite getragen, deshalb braucht das Bettgestell auch nur an der langen Seite eine Auflagefläche. In unserem Fall kommen zwei Lattenroste zum Einsatz, dadurch gibt es noch ein Auflagebalken in der Mitte des Bettes. Hier folgt eine Schnittzeichnung des Bettgestells.

Schnittzeichnung des Bettgestells

Ihr werdet vielleicht nicht exakt die gleichen Seitenbretter kaufen, deshalb an dieser Stelle eine kurze Empfehlung. Macht euch unbedingt vorher ein Konzept wie hoch die Seitenwände werden müssen. Je nach Lattenrost und Matratze wird sich die Höhe verändern und die Matratze mehr oder weniger aus dem Bett ragen. Wählt man zum Beispiel zu hohe Seiten, dann drücken sich beim Sitzen auf der Bettkante die Bretter in die Oberschenkel. Die 10 cm Höhe des Lattenrostes drückt sich bei Belastung nämlich auch noch etwas zusammen.

Im obigen Bild seht ihr unseren Aufbau (ohne Füße). In diesem Fall liegt die Matratze etwa 5cm unterhalb der Seitenwand. Dadurch kann sie nicht umher rutschen und kann gleichzeitig gut Feuchtigkeit abgeben.

Da der Mittelbalken nur an den kurzen Enden im Rahmen befestigt ist, sollte dieser übrigens etwas massiver sein. Je nach Gewicht, sollte dieser auch noch in der Mitte gestützt werden. Bedenkt beim Aussuchen der Holzleisten ebenfalls, dass die Oberseite des Mittelbalkens später auf gleicher Höhe wie die Seitenleisten sein muss – sonst rollt ihr nachts aus dem Bett 😉

Der Aufbau

1. Seitenwände

Die Seitenbretter aus geölter Akazie

Im ersten Schritt haben wir die Seitenwände auf das passende Maß zurecht geschnitten. Der Bettrahmen muss ein Innenmaß von 180×200 [cm] ergeben. Da die Bretter aus dem Baumarkt 200 cm lang sind, können diese für die langen Seiten verwendet werden – ohne zugeschnitten werden zu müssen. Die kurzen Seiten müssen auf 180 cm zuzüglich der Bretterstärke von 2x 18 mm geschnitten werden. Im folgenden Bild sieht man den Aufbau der Seitenwände in der Draufsicht.

Draufsicht des Rahmens

Bedenkt beim Zuschnitt, dass man in der Regel die schöne Seite nach Unten legt. Dabei brechen weniger Späne aus dem Holz. Ebenfalls sollte man vernünftiges Werkzeug verwenden. Nur mit den richtigen Stichsägenblättern bekommt man ein gutes Ergebnis hin (hier gibt es ein kostengünstiges Set: https://amzn.to/3aMEeKB).

Glücklicherweise sind die Bretter vom Baumarkt bereits 20cm breit, so dass wir tatsächlich nur die Länge schneiden mussten.

Die geölten Bretter sind natürlich an Schnittflächen deutlich heller als sonst. Wer kein Holzöl zur Hand hat, der kann die Flächen einfach mit Speiseöl bestreichen und anschließend überschüssiges Öl mit einem trockenen Tuch abwischen.

Geöltes Brett

Das Ergebnis kommt den vorbehandelten Flächen schon recht nahe. Für ein besseres Erscheinungsbild, sollte man sich vermutlich etwas vom Fachhandel besorgen.

2. Äußere Auflageflächen

Im nächsten Schritt werden die Auflageflächen des Lattenrosts für die langen Seitenwände hergestellt. Dafür muss die Holzleiste aus Buche grundsätzlich nur auf das Maß der langen Seiten gekürzt werden – also 2000mm? Tatsächlich nicht. In die Ecken des Gestells kommen noch die Winkel für die Bettfüße. Um die Leiste noch vernünftig anschrauben zu können, würde ich von dem Maß zwischen den Eckwinkeln noch einmal 5mm pro Seite abziehen.

Damit man trotz der Eckwinkel eine möglichst große Auflagefläche hat, haben wir eine Aussparung an den Enden der Leiste vorgesehen. Hier ein Foto davon.

Ob das Sinnvoll ist sei mal dahin gestellt. Aber unser altes Bett hatte das auch so, es sieht ziemlich gut aus und mit der Stichsägen herumspielen macht Spaß!

Die beiden Leisten können jetzt bereits an den langen Seiten des Bettgestells montiert werden. Je sorgfältiger man jetzt arbeitet umso weniger klappert das Bettgestell. Also wird die Leiste bestenfalls vor dem Verschrauben mit Schraubzwingen fixiert. Die Leiste kommt in unserem Fall 26 mm über das untere Ende der Seitenwand. Wie zuvor bereits beschrieben hängt das vor allem von eurer Mittelstange ab! Guckt euch im Zweifel die Querschnittszeichnung oben noch einmal an.

Mit 11 Schrauben 4.0 x 40 haben wir nun die Seitenleiste in gleichmäßigen Abständen in der Seitenwand fixiert. Theoretisch muss man mit den Spax-Holzschrauben bei weichen Hölzern nicht vorbohren. Bei der Buchenleiste haben wir dann doch lieber vorgebohrt – bevor sie uns zerreißt.

Seitenleisten werden vorgebohrt.

Im folgenden Bild sieht man die Aussparung für die Eckwinkel.

Aussparung der Seitenleiste für die Eckwinkel

Damit sind die Seitenwände bereits komplett fertig und es geht an den Mittelsteg.

3. Der Mittelsteg

Der Mittelsteg hat die ehrenvolle Aufgabe das halbe Gewicht der „schlafenden Masse“ zu tragen und sollte auch entsprechend nicht zu knapp bemessen sein. In unserem Fall ein Fichtenprofil 44×74 [mm]. Die Länge des Profilholzes muss dem Innenmaß des Bettgestells entsprechen – also wieder 2000 [mm]. Für die Montage in der kurzen Seitenwand, haben wir eine Kombination aus Holzdübeln und Schrauben verwendet.

Die Dübel bieten eine formschlüssige Verbindung zum Aufnehmen der Gewichte und die Schraube zieht die Seitenwand und den Mittelsteg zusammen – damit die Dübel nicht aus den Löchern fallen. Auf eine Verleimung haben wir bewusst verzichtet, um das Bett für einen Umzug demontieren zu können.

Mittig in der Seitenfläche wird also zunächst ein Loch für die Schraube durchgebohrt. Daneben kommen die beiden 6mm Löcher für die Holzdübel.
Auch hier noch einmal der Hinweis: denkt an den korrekten Abstand zur Unterkante der Seitenwand. Der Mittelsteg muss nachher auf der richtigen Höhe zur Seitenleiste sein. Das gleiche Bohrbild wird auch noch auf die Stirnflächen des Mittelstegs übertragen.

Wer nun Angst hat, dass der Mittelsteg sein Gewicht nicht hält – der kann natürlich Stützen unter den Mittelsteg schrauben. Anders als die äußeren Bettfüße, kann man diese nicht sehen und somit können diese einfach aus irgendeiner günstigen Holzleiste sein.

4. Zusammenbau

Und schon geht es an den Zusammenbau. Dafür werden zunächst die Seitenwände mit den Eckwinkeln aneinander geschraubt. Versucht die Seitenwände möglichst exakt auszurichten, damit man später keine herausragende Kante sehen kann.

Montierte Ecke des Bettgestells

Bevor die zweite kurze Seite verschraubt wird, muss noch der Mittelsteg eingesetzt werden. Anschließend kann dann auch die fehlende kurze Seite montiert werden. Der Mittelsteg wird beidseitig mit je einer Schraube von außen durch die kurze Seitenwand fixiert.

Da unsere Eckwinkel recht weit unten an der Seitenwand liegen, hat die Seitenwand oben etwas weniger Stabilität. Daher wird die Seitenwand an jeder Ecke mit einer weiteren Schraube von der kurzen in die lange Seite verbunden.

Ecken verschraubt

Diese 6 Schrauben (4x Ecke, 2x Mittelsteg) lassen sich abschließend mit den dunkelbraunen Abdeckkappen hervorragend verstecken.

Jetzt kann schon das Lattenrost eingesetzt werden.

Idealweise sollte der Lattenrost jetzt so passen, dass er genügend Spiel hat um hinein zu passen ohne dass er herunterfallen kann.

Auflagefläche des Lattenrostes

Hat gepasst? Dann noch die Matratzen rauf und fertig ist das Bett.

Fertig montiertes Bett

Fazit

Mit nur wenigen Stunden Arbeit haben wir uns ein tolles Bett gebaut und konnten das gesparte Geld in vernünftige Matratzen und Lattenroste investieren. Das Bett passt super unter die Dachschräge, knarzt kein bisschen und hat eine ideale Höhe von 55cm.

Mal sehen welches Möbelstück als nächstes gebaut wird 😉

Kategorien
Allgemein

Saugroboter vs. Spiegel

Unser treuer Staubsaug-Roboter (Roborock S50) hat bisher immer sehr zuverlässig seine Dienste verrichtet. Nach einem Jahr fingen allerdings plötzlich die Probleme an:

Auf einmal entstanden neue Wände in der erzeugten Karte unserer Wohnung, die es überhaupt nicht gibt. Dadurch weigerte sich die autonome Putzkraft große Flächen unseres Wohnzimmers zu reinigen. Trotz mehrfachem Zurücksetzen der Karte und Reinigen der Sensoren war sich der kleine Roboter weiterhin sicher, dass dort Wände stehen. Während der Fehlersuche fiel uns irgendwann die Symmetrie der falschen Wände zu einer anderen Wand unser Wohnung auf und dann war klar: da wird doch etwas gespiegelt.

Fehlerhafte Karte des Saugroboters
Fehlerhafte Karte des Saugroboters

Und tatsächlich: wir hatten einen neuen Kleiderschrank gekauft, an dem ein Spiegel auf „Kopfhöhe“ des Roboters hängt. Bei seiner Raumvermessung per LIDAR spiegeln sich die Laser-Strahlen am Schrankspiegel und nimmt die gegenüberliegende Wand wahr, als ob sie hinter dem Spiegel steht.

Der Blick in den Spiegel

Was tut man jetzt, wenn man seinen Kleiderschrank nicht zurück geben möchte? Im Baumarkt oder bei Amazon gibt’s für wenige Euro Milchglasfolien. Klebt man diese auf den unteren Bereich des Spiegels, so reflektieren die Laser-Strahlen nicht mehr und die Welt ist wieder in Ordnung.

Günstige Milchglasfolie gibt’s bei Amazon *.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen und fällt überhaupt nicht negativ auf. Die Folie lässt sich mit etwas Wasser andrücken und hält damit sehr gut.

Die matte Milchglasfolie macht sich sehr gut am Spiegel

Damit ist auch unser Roborock S50 wieder zufrieden und arbeitet wieder ohne jegliche Probleme. Wirklich jeden Cent wert!

Kategorien
Elektronik Festival-Musikbox

Musikbox – „Wein-Box“

Hier eine weitere Inspiration für eine Musikbox auf Basis einer Autobatterie. Wenn du den Grundaufbau verstehen möchtest, solltest du dir vorher unsere Anleitung für Festivalmusikboxen anschauen.
Zur Anleitung

Die Musikbox versteckt sich in einer alten Weinkiste aus Holz. Die Ausgangslage war dieses mal die gekaufte Weinkiste in der eine Musikanlage passen musste. Der Innenraum wurde lediglich mit Sperrholz in Batterie- und Klangraum unterteilt.

Hier unsere Ausgaben:

PreisArtikelQuelleÄhnliches Produkt
 36,35€Autobatterie 12 VAmazonLink *
 13,99€Verstärker LepaiAmazonLink * 
 26,14€BoxenAmazonLink *
 2,59€Voltmeter RotAmazonLink *
 10,90€NetzteilAmazonLink *
 4,59€LeimBahrLink *
 6,18€GriffBahrLink *
 2,67€HolzBahr –

Hier ein paar Bilder vom Aufbau und der fertigen Box:

*Diese Seite kooperiert in Form von Afilliate-Links mit dem Amazon Shop.

Kategorien
Elektronik Festival-Musikbox

Musikbox – „Koopabox“

Hier folgt eine Anleitung/Vorstellung unserer Musikbox. Eine allgemeinere Anleitung für Festival-Musikboxen findest du hier: Link
Unser Ziel war es eine kostengünstige akkubetriebene Musikanlage für Festivals zu basteln. Daher war uns wichtig:

  1. Akku mit langer Haltbarkeit
  2. Spritzwasserschutz (Bier, Regen, Schlamm)
  3. Gute und laute Musik
  4. Stabilität
  5. Anschluss für Handyladekabel
  6. Kostengünstig ca 100€

In Gedenken an „Super-Mario“ hat das Projekt den Titel „Koopa-Box“ bekommen.

Bauteile

Zum Teil haben wir alte Bauteile benutzt, aber größtenteils neue gekauft:

 49,99 € Autobatterie 12V 35Ah 
 15,49 € Verstärker Lepai Zu Amazon*
 – 2x 10cm Lautsprecher  
 7,90 € Lautsprechergitter 
 8,60 € Steckdose 12V Zu Amazon*
2,30 € Voltmeter GrünZu Amazon*
 7,98 € 2x Metallgriff   
 6,99 € 4x Metallkantenschutz  
 2,69 € Riegel zum Abschließen 
 3,69 € 12x Winkel 
 – Kabelreste, 12V Stecker 
 – Flachstecker isoliertZu Amazon*
 – Sicherungsfassung 
 – Sicherung 2A 
 – KfZ-MicroUSB Ladekabel 
 – 1x 2-Poliger Schalter 

Je nach persönlichen Wünschen kann man natürlich aber auch mehr oder weniger einbauen. Wir
haben auch schon einiges an Zusätzen nachgerüstet 😉

Schaltplan

Den anfänglichen Schaltplan sieht man auf dem folgenden Bild.

Schaltplan

Prinzipiell ist alles ganz einfach gehalten. Die Autobatterie betreibt alles mit 12 V und kann durch den 2-Poligen Schalter ausgeschaltet werden (es reicht auch ein einfacher Schalter hinter dem Plus-Pol). Hinter dem Schalter wird parallel die 12V Steckdose und der Verstärker an die Batterie geschaltet. Nach unseren Problemen mit den Verstärkern haben wir jetzt extra noch eine 2A Sicherung neben den Verstärker in Reihe gesetzt, damit da auch der Stromfluss gesichert ist (muss aber auch nicht sein). Etwas später haben wir dann noch eine Betriebs-LED und ein Voltmeter zur Box hinzugefügt, die auch einfach nur parallel zum Verstärker geschaltet wurden.

Grundkörper

Das Holzgestell ist einfach den Maßen der Batterie angepasst, so dass sie nicht herumschaukeln kann. Direkt darüber kommen noch Verstärker, 12V-Steckdose & Schalter und dann beginnt schon der durche eine Holzwand abgetrennte Klangkörper. Die Höhe der Box begründet sich einfach dadurch, dass sie so eine angenehme Sitzhöhe hat.Hier ist der Bauplan der Frontplatte:

Den Musik-Eingang des Verstärkers (der eigentlich hinten, in der Kiste liegt) haben wir dann noch mit Verlängerungskabeln an die Frontplatte verlegt um, die Box auch von außen mit Musik versorgen zu können.

Design

Damit die Kiste auch gut gegen Regen/Bier geschützt ist, wurde sie anschließend noch mit Acryl-Lack gestrichen. Außerdem haben wir sie natürlich im Super-Mario-Design angemalt.
Hier alle Fotos vom Aufbau:

*Diese Seite kooperiert in Form von Afilliate-Links mit dem Amazon Shop.

Kategorien
Elektronik Festival-Musikbox

Festival Musikbox selber bauen

1. Anleitung

Willkommen in unserer Anleitung für selbstgebaute, mit Autobatterie betriebene Musikboxen. Im Folgenden geben wir dir ein Angebot an Bauanleitungen und Ideen.

1.1 Überblick

Grundsätzlich braucht man für eine tragbare Musikanlage drei Komponenten:

  1. Stromversorgung
  2. Verstärker
  3. Laustsprecher-Boxen

Die Anforderungen die wir hier hauptsächlich berücksichtigen sind:

  • Lange Akkulaufzeit
  • Möglichst Preiswert

1.2 Stromversorgung

Für die Stromversorgung nimmt man in der Regel eine 12V-Autobatterie. Da sie in jedem Auto gebraucht werden, gibt es davon auch eine breite Auswahl. Der Preis hängt dabei vorwiegend von der Ladekapazität ab.
Kurzer Exkurs zum Thema Ladekapazität

Eine Autobatterie zeichnet sich vorwiegend dadurch aus, wie viel Strom sie speichern kann. Kurz gesagt: wie lange sie mit einer Ladung hält.
Die Einheit, die beim Verkauf jeder Batterie angegeben wird, sind Amperestunden. Formelzeichen dafür ist „Ah“
Typische Werte bei Autobatterien liegen zwischen 36 Ah und 100 Ah. Mit diesem Wert kann man sich direkt berechnen, wie lange die Musikbox im Normalbetrieb dauerhaft laufen wird. Dazu später mehr.

Die Autobatterie ist leider die teuerste Komponente und kostet abhängig von ihrer Ladekapazität zwischen 30€ und 80€. Hier ein Beispiel bei Amazon:

Dazu kommen auch noch etwa 10€ Pfand, die man beim Kauf bezahlen muss. Den Pfand bekommt man erst wieder wenn man die Autobatterie entsorgt. Nachteilig ist auch, dass die meisten Autobatterien mit etwa 10kg sehr schwer sind. Hauptsächlich werden zwei Typen von Autobatterien vertrieben:

  1. Typischer flüssiger Blei-Akku
  2. Blei-Gel-Akku

Der typische flüssige Blei-Akku ist meistens etwas größer und ist mit einer Flüssigkeit gefüllt. Das Problem bei diesen Akkus ist, dass sie nicht liegend verbaut werden dürfen, da sonst die Flüssigkeit ausläuft (Säure!!!). Der Blei-Gel-Akku hat das Problem nicht, er ist komplett dicht. Dazu ist er auch leichter und etwas kompakter. Er kostet wiederum etwas mehr…Wir haben beide Varianten jeweils einmal verbaut (Flüssiger Blei-Akku in der Koopa-Box und Blei-Gel in der Wein-Box), beides funktioniert und ist nur abhängig davon was du brauchst, bzw. ausgeben willst. 
Tipp: Guck dich am besten mal auf dem Schrottplatz oder bei Freunden um, ob man dort eine alte Autobatterie bekommen kann. Das spart eine Menge Geld ein 😉

1.3 Verstärker

Später wird die Musik von deinem Smartphone, MP3-Player oder was auch immer durch ein Kabel in Form von Strom in den Verstärker geschickt. Der Verstärker verstärkt, wie sein Name schon verrät, dieses Musik-Signal und gibt es an die Boxen weiter.
Verstärker gibt es wie Sand am Meer, hier musst du nur eins beachten: die Betriebsspannung. Da unsere Stromversorgung eine 12V-Autobatterie ist, muss dein Verstärker auch für eine Spannung von 12V ausgelegt sein! Genauso wichtig ist der Unterschied zwischen Gleichstrom (DC) und Wechselstrom (AC). Autobatterien liefern Gleichstrom, der Verstärker muss daher auch unter Gleichstrom arbeiten. Mit Sicherheit wirst du deine Musikquelle an die fertige Musikanlage mit einem Klinke-Kabel verbinden wollen. „Klinke“ ist der bekannte Stecker, den jeder Kopfhörer nutzt (siehe Wikipedia). Auf einen entsprechenden Anschluss sollte man ggf. beim Kauf des Verstärkers achten (heißt auch häufig „AUX-IN“). Wir haben zum Beispiel diesen kleinen Verstärker gewählt: 

Der läuft unter 12V und hat einen Klinke-Eingang. Guckt man sich jetzt das Datenblatt des Verstärkers an, sollte man sich noch den Stromverbrauch angucken. Bei unserem steht beispielsweise: 
DC Input: 12V 2A. 
Er hat also einem Stromverbrauch von 2 Ampere. Mit dieser Angabe kann man jetzt berechnen wie lange die Box im Dauerbetrieb hält.

Kurzes Rechenbeispiel:

Unsere Autobatterie hat 35Ah, dass heißt bei einem Verbrauch von 1 Ampere hält sie etwa 35 Stunden. In einer Formel ausgedrückt: Ladekapazität (Ah) = Strom (A) * Stunden (h)

In die Formel setzen wir jetzt den Stromverbrauch unseres Verstärkers ein (2A) und lösen nach den Stunden auf (wir teilen einfach nur durch den Strom. 

Stunden = Ladekapazität / Strom = 35Ah / 2A = 17.5h

Dieser Verstärker würde also etwa 18 Stunden Dauerbetrieb gewährleisten. 

Der tatsächliche Stromverbrauch des Verstärkers liegt aber meistens unterhalb der Angabe im Datenblatt, da man den Verstärker selten auf voller Power nutzt. Sind einem die 18 Stunden zu wenig, muss man also einen größeren Akku oder einen sparsameren Verstärker besorgen.

1.4 Lautsprecher-Boxen

Die Boxen müssen einfach nur zum Verstärker passen. Dabei wird auf die Impedanz der Boxen geachtet, die Einheit dafür ist Ohm. Steht zum Beispiel auf einem Verstärker, dass es 8 Ohm Boxen benötigt sollte man dementsprechend auch 8 Ohm Boxen daran anschließen 😉 Außerdem sollte die Leistungsfähigkeit der Boxen (Einheit Watt) nicht unterhalb der Leistung des Verstärkers liegen, da die Box sonst zerstört werden kann.

Hier findest du ein Beispiel für eine zum Verstärker passende Box, die wir auch verwenden:

2. Zubehör

Tragbare Musikanlagen müssen natürlich nicht nur Musik abspielen können. Es gibt jede viele Möglichkeiten die Anlage mit tollen Tools zu erweitern. Hier kommen unsere Favoriten – wenn du auch noch eine gute Idee hast, dann schreib es uns gerne in die Kommentare!

2.1 Spannungsanzeige

Natürlich ist eine Spannungsanzeige für eine portable Musikanlage nicht zwingend erforderlich, sie bietet aber eine recht günstige Möglichkeit den Ladungszustand der Autobatterie herauszufinden. Dabei gelten nach Wikipedia die folgenden Ladungszustände:

KlemmenspannungUngefährer Ladezustand
>12,8 Vvoll geladen
ca. 12,4 Vnormal geladen
ca. 12,2 Vschwach geladen
ca. 11,9 Vnormal entladen
<10,7 Vtiefentladen

2.2 Flaschenöffner

Auf Festivals herrscht zwar meistens ein generelles Glasflaschen-Verbot, wer seine Festival-Musikbox aber auch zuhause häufig nutzt, sollte mal über einen Flaschenöffner nachdenken. An der Seitenwand fest montiert geht er nicht verloren und macht noch optisch was her, klare Empfehlung!

2.3 Steckdose (12V)

Ein der sinnvollsten Erweiterungen ist auf jeden Fall die 12V-Steckdose. Durch die Vielzahl an Zubehör für diesen Steckdosentyp, erschließt man sich hiermit viele neue Möglichkeiten die sich schnell wechseln lassen. Da die Autobatterie sowieso schon 12V Spannung besitzt ist die Montage außerdem eine Kleinigkeit. Hier ein paar Nützliche Gegenstände für so eine 12V Steckdose:

USB-Anschluss
Wenn der Ersatzakku vom Handy schlapp macht, kann das Handy auch super an der Musikbox geladen werden 😉
Lampe
Im Dunkeln kann eine fest installierte Lampe sicherlich nützlich sein.
Ventilator
Für heiße Tage im Sommer: ein kleiner verbrauchsarmer Ventilator 

2.4 Signalhorn

In Verbindung mit einem Druckschalter kann man der Musikbox mit einem Signalhorn eine weitere eine super Funktion spendieren. Vergesst aber den Schalter nicht, sonst könnte könnte diese Erweiterung schnell auf die Nerven gehen 😉

*Diese Seite kooperiert in Form von Afilliate-Links mit dem Amazon Shop.

Kategorien
3D-Druck

Gipskarton Kantenhobel Drucken

Hintergrund

Beim Trockenbau mit Gipskartonplatten müssen die geschnittenen Kanten mit einer Fase versehen werden. Später werden die dadurch entstehenden Fugen mit Gips-Spachtelmasse geschlossen. Damit eine gute Haftung zwischen den Platten entsteht, empfiehlt die Firma Rigips eine Fase mit 23° und eine mit 45° an den Stoßkanten (Siehe Abbildung 1).

Fase an der Gipskartonplatte
Abbildung 1: Fasen an der Stoßkante

Da wir noch eine angebrochene Rolle 3D-Druck Filament übrig hatten, kam kurzerhand die Idee das Werkzeug selber zu bauen.

Vorbereitung

Als erstes besorgten wir uns einheitliche Trapezklingen von Wolfcraft, die sich gut zum Schneiden der Platten eignen. Bei Amazon wurden wir schnell für knapp 1,70€ fündig.
Hier der Link zu Amazon*

Trapezklingen
Abbildung 2: Trapezklingen von Wolfcraft

Konstruieren

Jetzt ging es an unser CAD-Programm zum Konstruieren des Werkzeuges. Wir sind absolut von Autodesk Fusion 360 begeistert. Das Programm ermöglicht professionelles CAD-Design – kostenlos für Hobbys und günstig für kommerzielle Zwecke.
Hier geht’s zu Autodesk Fusion: Link

Grundfunktion herstellen

Grundsätzlich benötigten wir einen handlichen Hobel – ca 5cm x 5cm, der über die Kante der 12.5mm hohen Platte gleitet. Damit man auch eine auf dem Boden liegende Platte schneiden kann, sollte das Werkzeug nur 12.4mm an der Kante nach unten ragen. Hier folgt eine Zeichnung des Entwurfs im Querschnitt

Abbildung 3: Entwurf im Querschnitt

Die Trapezklingen müssen jetzt so eingesetzt werden, dass eine genau in der 45° Ebene liegt und eine in der 23° Ebene. In Fusion lassen sich dafür Ebenen direkt auf die Flächen legen. Auf die Ebene zeichnet man dann die Kontur der Trapezklinge und entfernt das Material dann mit einer Extrusion aus dem Hobel. Denkt dabei daran, die Maße der Klingen mit 1-2 mm Spiel zu versehen, damit die Klingen später in den Hobel passen.

Abbildung 4: Extrusion der ersten Klinge

Die Position der Klinge wurde so gewählt, dass die untere Spitze nicht aus dem Hobel herausragt – der Abstand beträgt ca 1mm.

Für die Montage der Klingen wurden M4-Zylinderkopfschrauben (DIN 912) ausgewählt. Deren Köpfe sind zwar zu klein für das Durchgangsloch in der Trapezklinge, dafür müssen die Gewindeeinsätze nicht so tief in den Hobel gesetzt werden. Mit einer Unterlegscheibe halten die M4-Schrauben sowieso auch sehr gut.
Um das M4-Gewinde in den Hobel zu setzen, haben wir darauf verzichtet ein Gewinde mit dem 3D-Drucker zu erzeugen. Fusion kann das zwar super modellieren, allerdings hält das nie wirklich gut und ist schon gar nicht dafür ausgelegt, mehrmals die Schraube raus und rein zu drehen. Daher haben wir uns wieder einmal für Gewindeeinsätze von ruthex® entschieden. Diese lassen sich mit einem Lötkolben sehr einfach in den Kunststoff drücken und bieten mit Ihrer verzahnten Oberfläche einen recht guten Halt.
Hier der Link zu den Gewindeeinsätzen bei Amazon: Link

Gewindeseinsatz und M4 Schraube
Abbildung 5: M4-Gewindeeinsätze und passende M4-Schrauben

Um die Klingen in ihrer Position zu fixieren wurden außerdem ein paar Erhebungen konstruiert, die in die linear angeordneten Löcher greifen. Auch diese wurden lieber 1mm kleiner gewählt um die Ungenauigkeit beim Drucken auszugleichen.

Abbildung 6: Fixierung der Klingen

Ergonomie

Ein Werkzeug muss nicht nur gut funktionieren – es muss auch gut in der Hand liegen. Deshalb bekommt der Hobel noch eine Erhöhung zum Umschließen mit der Hand. Außerdem wurden die Kanten mit mehreren Rundungen deutlich ergonomischer angepasst.

Hier sieht man einmal die Anpassungen in aller Kürze:

Abbildung 7: Hobel in seiner Grundform
Hobel Abgerundet
Abbildung 8: Hobel in ergonomischer Form

Endarbeiten

Schiebt man den Hobel erstmals an die zu bearbeitende Platte, dann ist diese zu Beginn natürlich noch rechtwinklig. Erst nach der ersten Klinge wird die 23° Phase abgenommen und abschließend die 45° Fase.

Abbildung 9: Fasen am Hobel

Daher sollte die Kontur an der Unterseite des Hobels in der Reihenfolge der Klingen angefast werden, wie in Abbildung 9 zu sehen.

3D-Druck

Das Modell ist jetzt bereit für den Druck. Dafür haben wir noch jede Menge graues PLA-Filament übrig. Mit Cura haben wir das Slicen übernommen und uns für eine seitlich liegende Position entschieden.

Abbildung 10: Slicen mit Cura

Der Druck hat mit folgenden Parametern etwa 15 Stunden gedauert:

Düse0.3 mm
Schichtdicke0.24 mm
Wand- & Bodenlinien5
Fülldichte28%
Temperatur Düse225 °C
Temperatur Druckplatte60 °C
Druckgeschwindigkeit70 mm/s
DruckplattenhaftungBrim
Tabelle 1: 3D-Druck Parameter

Ergebnis

Nachdem alle Stützstrukturen vom Werkzeug entfernt waren, wurden die Gewindeeinsätze in die Löcher gesetzt.

Einsetzen des Kunststoffeinsatzes
Abbildung 11: Einsetzen der Gewindeeinsätze

Anschließend mussten nur noch die Klingen verschraubt werden und das Werkzeug ist fertig.

Fertiger Kantenhobel
Abbildung 12: Fertiges Werkzeug

Die ersten Tests mit dem Hobel verliefen ganz gut. Das Ergebnis sieht zwar aus wie eine große einheitliche Fase – aber wir denken nicht, dass es da auf die genaue Gradzahl ankommt 😉

Kantenhobel im Einsatz
Abbildung 13: Fase

Direkt beim ersten „Schieben“ bekommt man mit dem Gerät allerdings noch keine Perfekte Fase hin, da muss mann schon mehrfach über die Kante gehen. Von daher ergibt es wahrscheinlich mehr Sinn, direkt mehrere Klingen in Reihe zu setzen.

Von Wolfcraft gibt es z.B. direkt so einen 3-fach Kantenhobel für knapp 15€. Wahrscheinlich würde ich nächstes mal doch eher den nehmen 😉

Zum Kantenhobel bei Amazon: Link

Alle Produktbezeichnungen, Logos und Marken sind das Eigentum ihrer jeweiligen Besitzer. Alle auf dieser Website benutzten Firmen-, Produkt- und Dienstleistungsbezeichnungen dienen ausschließlich zu Identifizierungszwecken. Aus der Verwendung dieser Namen, Logos und Marken kann keine Billigung abgeleitet werden.

Kategorien
Elektronik

Automatische Pflanzenbewässerung mit Beleuchtung

Neben dem Nährboden braucht eine Pflanze vor allem zwei Dinge: Licht und Wasser. Trotzdem schaffen wir es nicht immer die geliebten Zimmerpflanzen ausreichend damit zu versorgen. In unserem Experiment möchten wir zeigen, wie man dieses Alltagsproblem mit wenigen Elektronischen Komponenten in den Griff bekommt.

Achtung

Nur erfahrene und ausgebildete Elektriker sollten an elektronischen Schaltungen arbeiten. Ohne Fachwissen sollten die hier gezeigten Anleitungen nicht nachgemacht werden – es besteht Lebensgefahr. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden an Geräten und Personen.

1. Zielstellung

Was möchten wir mit unserem Smarten-Blumentopf erreichen?

Beleuchtung
Es soll eine Beleuchtung geben, die abhängig von der Tageszeit gesteuert wird.

Bewässerung
Der Blumentopf muss automatisch bewässert werden, wenn er zu trocken wird.

Optionale Belüftung
Falls der Blumentopf in ein Gehäuse gestellt wird, soll auch eine Belüftung vorgesehen werden können.

2. Materialauswahl

2.1 Steuerung

Für die Steuerung haben wir uns einen kostengünstigen Mikrocontroller ausgesucht: den Arduino Nano. Das gute Stück kann mit 7-12V betrieben werden und hat jede Menge Ein- und Ausgänge zum Steuern und Messen.

Bei Amazon ist dieser bereits für knapp 10€ im Dreierset zu haben. Ich würde auch mindestens zwei Exemplare kaufen, weil es leider auch mal passieren kann das so ein Ding abraucht. Dann muss man wieder warten bis der Nächste geliefert wird….

Hier der Link zum Arduino Nano bei Amazon
Zu Amazon *

Passend zu dem Arduino benötigen wir außerdem Relais mit denen man die Stromzufuhr für Beleuchtung, Lüfter und Pumpe An-/Ausschalten kann. Dafür haben wir zwei Doppelrelais besorgt die mit mit 5V aus dem Arduino betrieben werden.

Hier der Link zu den Relais bei Amazon:
Zu Amazon *

2.2 Beleuchtung

Als Beleuchtung wird in diesem Projekt eine Pflanzenlampe als LED-Streifen genutzt. Diese Pflanzenlampen strahlen nur Blaues und Rotes Licht ab. Das sind die Lichtstrahlen die von den meisten Pflanzen aufgenommen werden.

Interessant: Unter dem rot-blauen Licht wirken die sonst grünen Blätter nur noch dunkel-braun. Daran siehst du, dass die Pflanze fast das gesamte Licht absorbiert. Unter Tageslicht sieht man vor allem das grüne Licht, das die Pflanzen nicht gebrauchen können, weshalb die meisten Blätter grün aussehen.

Wir haben uns bei Amazon für folgenden 12V LED-Streifen entschieden:
Zu Amazon *

Damit die Beleuchtung nicht mitten in der Nacht angeht, muss der Arduino wissen zu welchen Tageszeiten er die Lampe Ein- bzw Ausschalten soll. Dafür braucht er eine RTC (Real Time Clock) die Ihn mit der aktuellen Uhrzeit versorgt.

Bei Amazon haben wir uns für folgendes Modell entschieden:
Zu Amazon *

2.3 Bewässerung

Zur Bewässerung haben wir uns für eine Tauchpumpe entschieden. Diese wird in einem Wassertank versenkt und befördert das Wasser durch einen Schlauch, wenn man die Versorgungsspannung anlegt.

Bei Amazon haben wir folgende 12V Tauchpumpe für ca. 5€ gefunden:
Zu Amazon*

Am einfachsten wäre es wohl im festen Stundentakt die Pumpe kurz an- und auszuschalten. Die Chance dabei die Pflanze zu überschwemmen – weil sie jedes mal etwas zu viel Wasser bekommt – ist dabei allerdings zu hoch.

Deshalb haben wir dazu einen Bodenfeuchte-Sensor besorgt. Mit diesem lässt sich die Bodenfeuchtigkeit immer wieder messen und die Bewässerung nur bei Bedarf zu starten.

Bei Amazon haben wir folgenden Bodenfeuchte Sensor gekauft:
Zu Amazon*

2.4 Belüftung

Bei der Beleuchtung mit einer Pflanzenlampe strahlt natürlich viel Licht an der Pflanze vorbei und geht verloren. Baut man deshalb eine Box um den Blumentopf, dann sollte man eine Belüftung nicht vergessen. Pflanzen müssen mit CO2 und Sauerstoff versorgt werden. Am einfachsten erreicht man das mit einem kleinen Lüfter.

Bei Amazon haben wir folgenden 12V-Lüfter besorgt:
Zu Amazon*

2.5. Netzteil

Wie man vielleicht bereits gemerkt hat werden alle hier ausgewählten Komponenten mit 12V versorgt. Das macht die Schaltung umso einfacher. Grundsätzlich brauchen wir also nur einen 12V-Trafo, der stark genug für den Fall ist, dass alle Komponenten gleichzeitig „Strom ziehen“. Also die Lampe leuchtet, der Lüfter dreht sich, die Pumpe pumpt und der Arduino ist an.

Zusammen gerechnet wird also etwa folgende Leistung benötigt:

Lampe
Auf dem Streifen sind 3 LED-Chips pro 5cm. Diese SMD 5050 verbrauchen etwa 0,24W pro Chip. Bei 35 cm LED-Streifen sind das ca 5 Watt.

Pumpe
Wenn man den Angaben dieser etwas „billigen“ Modelle trauen kann, dann braucht unsere Pumpe etwa 3 Watt

Lüfter
Nach Herstellerangaben verbraucht der Lüfter 2,88 Watt.

Arduino & Sensoren
Den Arduino mit seinen ca. 30mA Stromaufnahme, die RTC und den Feuchtigkeitssensor konnten wir durch den geringen Verbrauch außer Acht lassen.

Ein Netzteil mit knapp 11W reicht also aus. Wir haben bei Amazon folgenden 12W Trafo besorgt:

Zu Amazon*

3. Konzept

Grundsätzlich ist die Steuerung recht einfach aufgebaut. Der Trafo erzeugt 12V und versorgt damit zunächst nur den Arduino. Dieser schaltet dann die Relais welche das Licht, die Pumpe und den Lüfter mit 12V versorgen. Die Relais selber werden mit den vom Arduino erzeugten 5V betrieben. Die RTC für die Uhrzeit und der Bodenfeuchte-Sensor arbeiten ebenfalls mit den 5V.

Aufbau der Schaltung

Zusätzlich haben wir noch einen Schalter an den Arduino angeklemmt, mit der die Beleuchtung zwischen verschiedenen Beleuchtungsdauern gewechselt werden kann (In der obigen Darstellung ist er nicht zu sehen)

Die elektronischen Komponenten haben wir in zwei Verteilerdosen untergebracht. Auf dem folgenden Bild sieht man den Aufbau eines ersten Prototypen. Bei dieser Version befindet sich in der rechten Box noch die Zuleitung zu einer 230V Lampe, die aus Sicherheitsgründen von der linken 12V Dose getrennt ist.

Aufbau der Schaltung

In der linken 12V Dose befinden sich dann neben dem Arduino und der RTC noch die Relais für Lüftung und Pumpe.

Schaltung in einer Verteilerdose

4. Steuerung

Jetzt geht es nur noch an das Ablaufprogramm des Arduinos. Dieses besteht wie immer beim Arduino aus der einmaligen Setup-Funktion und der permanent ablaufenden Loop-Funktion. Im Setup wird der Arduino einmalig eingerichtet und in der Loop passiert dann die eigentliche Steuerung.

Wir gehen jetzt einmal Stück für Stück durch den Arduino Code

#include <Wire.h>
#include "RTClib.h"

Das sind die benötigten „libraries“ für die Kommunikation mit den Komponenten.

// Konfiguration
int FEUCHTIGKEIT_MINIMUM = 600; // Hohe Zahl heißt trocken
int INTERVALL_PUMPE_CHECKUP = 28800; // Alle 8 Stunden Feuchtigkeit prüfen
int INTERVALL_LUEFTER_CHECKUP = 7200; // Alle 2 Stunden lüften

// Schalter
int winterLight = 0; // 12h Sonne

// Uhr
RTC_DS1307 rtc;
long lastPumpeCheckCycle = 0; 
long lastLuefterCheckCycle = 0; 

Hier stellen wir ein paar Parameter ein:

Mit FEUCHTIGKEIT_MINIMUM wird der Wert eingestellt, ab wann der Bodensensor die Erde als zu trocken interpretiert. Wird die Erde trocken steigt der Messwert und wir definieren in diesem Fall 600 als Grenze ab wann gegossen werden muss.
Mit INTERVALL_PUMPE_CHECKUP legen wir eine Zeitspanne in Sekunden fest, nach der die Feuchtigkeit erneut geprüft werden soll.
Mit INTERVALL_LUEFTER_CHECKUP legen wir eine Zeitspanne fest, nach der gelüftet wird.
Mit winterLight speichern wir den Zustand des Beleuchtungszeit-Schalters. Bei 0 wird lange Beleuchtet – auf 1 nur kurz.
Als rtc wir das Uhrzeit-Modul (die RealTimeClock) bezeichnet.
In der Variable lastPumpeCheckCycle wird der Zeitpunkt der letzten Feuchtigkeitsmessung gespeichert.
In der Variable lastLuefterCheckCycle wird der Zeitpunkt der letzten Lüftung gespeichert.

// Digital Pins
int RELAIS_LICHT = 3;
int SWITCH_WINTER = 4;
int RELAIS_PUMPE = 5;
int RELAIS_LUEFTER = 6;
int POWER_SENSOR = 7;

// Analog Pins
int PIN_FEUCHTIGKEIT = A3;

Hier wird noch definiert an welchen Pins welche Sensoren anliegen.

Die Digital-Pins 3, 5 und 6 sind zum Schalten der drei Relais. Mit Pin 4 wird der Beleuchtungsdauer-Schalter eingelesen.

Pin 7 dient als Stromversorgung für den Feuchtigkeitssensor. Dieser liefert sein Messsignal dann am Analog-Pin A3. Diese Feuchtigkeitssensoren neigen leider dazu stark zu korrodieren, wenn sie zu oft/lange benutzt werden. Es empfiehlt sich daher, den Sensor nur zum Messen einzuschalten und das auch nicht ganz so oft.

void setup() {
  // Einrichtung der Uhr
  Serial.begin(57600);
  if (! rtc.begin()) {
    Serial.println("Couldn't find RTC");
    while (1);
  }
  
  // Set RTC Time - uncomment next line
  //rtc.adjust(DateTime(__DATE__, __TIME__));

  // Einrichtung des Relais
  // Relais schalten bei GND/LOW
  pinMode(RELAIS_PUMPE, OUTPUT);
  digitalWrite(RELAIS_PUMPE, HIGH); // Erstmal Pumpe Aus lassen
  
  pinMode(RELAIS_LUEFTER, OUTPUT);
  digitalWrite(RELAIS_LUEFTER, HIGH); // Erstmal Lüftung Aus lassen
  
  pinMode(RELAIS_LICHT, OUTPUT);
  digitalWrite(RELAIS_LICHT, HIGH); // Erstmal Licht Aus lassen
  
  pinMode(POWER_SENSOR, OUTPUT);
  digitalWrite(POWER_SENSOR, LOW); // Erstmal Sensor-Versorgung Aus lassen

  pinMode(SWITCH_WINTER, INPUT);
}

In der Setup-Funktion wird zunächst die Verbindung mit der RTC hergestellt. Klappt es nicht, brechen wir ab und werfen einen Fehler.

Anschließend definieren wir nur noch welche Digital-Pins als Ein- bzw Ausgang fungieren und stellen die ersten Zustände ein.

void loop() {
  long nowTime = rtc.now().secondstime();
  if(lastPumpeCheckCycle == 0 || (nowTime - lastPumpeCheckCycle) > INTERVALL_PUMPE_CHECKUP)
  {
    Serial.println("Zeit für Feuchtigkeits-Check");
    lastPumpeCheckCycle = nowTime;
    
    // 1. Feuchtigkeit messen
    digitalWrite(POWER_SENSOR, HIGH);
    delay(500); // Warten um Sensor Zeit zum starten zu geben
    int feuchtigkeitWert = analogRead(PIN_FEUCHTIGKEIT);
    Serial.print("Feuchtigkeit: ");
    Serial.print(feuchtigkeitWert);
    Serial.println();
    digitalWrite(POWER_SENSOR, LOW);
    
    // 2. Pumpe ggf starten
    if(feuchtigkeitWert > FEUCHTIGKEIT_MINIMUM){
      Serial.println("Pumpe an");
      digitalWrite(RELAIS_PUMPE, LOW);
      delay(1000);
      digitalWrite(RELAIS_PUMPE, HIGH);
      Serial.println("Pumpe aus");
    }else{
      Serial.println("Pumpe nicht erforderlich");
    }
  }
  else
  {
    Serial.println("Kein Feuchtigkeits-Check");
  }

Und schon geht es in die Loop. Diese Funktion wird immer wieder durchlaufen und macht grundsätzlich drei Unter-Funktionen.

Im ersten Durchlauf wird geprüft ob der letzte Bodenfeuchtigkeitscheck länger her ist, als wir mit INTERVALL_PUMPE_CHECKUP definiert haben (also länger als 8 Stunden). Ist dem so, dann schalten wir die Stromversorgung des Sensors ein. Dann warten eine halbe Sekunde damit der Sensor Zeit zum Messen hat. Daraufhin lesen wir den Messwert aus, speichern ihn in ‚feuchtigkeitWert‘ und schalten den Sensor wieder ab.

Ist der Feuchtigkeitswert nun größer (also trockener) als unser Grenzwert (FEUCHTIGKEIT_MINIMUM), dann wird die Pumpe für eine Sekunde eingeschaltet.

  // 3. Lüfter starten
  if(lastLuefterCheckCycle == 0 || (nowTime - lastLuefterCheckCycle) > INTERVALL_LUEFTER_CHECKUP){
    Serial.println("Zeit für Lüften");
    lastLuefterCheckCycle = nowTime;
    Serial.println("Lüfter an");
    digitalWrite(RELAIS_LUEFTER, LOW);
    delay(10000);
    digitalWrite(RELAIS_LUEFTER, HIGH);
    Serial.println("Lüfter aus");
  }

Im zweiten Teilbereich gucken wir, ob der Lüftungsablauf länger her ist, als wir in INTERVALL_LUEFTER_CHECKUP definiert haben. Ist dem so, dann wird 10 Sekunden der Lüfter eingeschaltet

  // 4. Lampe checken
  // Schalter Position prüfen
  winterLight = digitalRead(SWITCH_WINTER);
  Serial.print("Winterlicht: ");
  Serial.println(winterLight);
  if(winterLight && rtc.now().hour() >= 8 && rtc.now().hour() < 20
    || !winterLight && rtc.now().hour() >= 6 && rtc.now().hour() < 22){
    Serial.println("Licht an");
    digitalWrite(RELAIS_LICHT, LOW);
  }else{
    Serial.println("Licht aus");
    digitalWrite(RELAIS_LICHT, HIGH);
  }
  
  delay(10000); // 10 Sekunden nichts tun
}

Abschließend wird noch geprüft auf welcher Position der Lichtschalter steht. Ist er auf Winterlicht, dann soll die Lampe nur 12 Stunden am Tag leuchten und das zwischen 8 und 20 Uhr. Ist er auf Sommerlicht, dann soll sie nur zwischen 6 und 22 Uhr leuchten. Dafür brauchen wir auch die RTC, sonst weiß der Arduino nicht wie spät es ist.

Dann darf der Arduino für 10 Sekunden nichts tun bevor er die Loop-Funktion wieder durchläuft.

Ergebnis

Der gesamte Aufbau hat wunderbar funktioniert und rettet bis heute unsere etwas sensibleren Pflanzen wie beispielsweise die Chilis.

In unserem Experiment steht der Blumentopf im Wassertank, so dass bei einer Fehlfunktion der Anlage kein Wasserschaden in der Wohnung entstehen kann. Hier ein Bild des Aufbaus:

Das Ergebnis

Den Schlauch an der Pumpe haben wir am Rand des Topfes befestigt und mit mehreren Löchern versehen. Dadurch wird die Erde gleichmäßig befeuchtet.

Mit der Zeit haben wir natürlich noch einige Verbesserungen vorgenommen, die hier demnächst in Teil 2 erscheinen werden.

Kategorien
Elektronik

Eine Deckenlampe selber bauen

In der aktuellen Smart-Home Revolution habe ich mich spontan vom Smarten Beleuchtungssystem Philips Hue überzeugen lassen. Neben einem Lichtschalter und der Internetbrücke waren die zwei smarten E-27 Glühbirnen in meinem Starterset enthalten. Da meine Deckenlampe bisher keine E-27 Fassung hatte, musste schnell eine neue her. Aber irgendwie gab es kein Exemplar was mir so richtig gefallen wollte und halbwegs erschwinglich war. So stellte sich mir die Frage, ob man einen E-27 Lampenschirm nicht ganz einfach selber bauen kann. Die Antwort lautet ganz klar Ja.

Die fertige Deckenlampe

Mit nur einer Lampenfassung aus dem Baumarkt, ein paar Holz- und Stoffresten war die Deckenlampe schnell und kostengünstig fertig. Die Fassung gibt’s eigentlich in jedem Baumarkt für nur ca 1,69€, bei Amazon gibt’s die aber sonst auch für etwa 5€ (zum Angebot bei Amazon).

Im Folgenden zeige ich, wie man so eine Lampe in nur wenigen Schritten bauen kann.

Achtung

Nur erfahrene und ausgebildete Elektriker sollten an elektronischen Schaltungen arbeiten. Ohne Fachwissen sollten die hier gezeigten Anleitungen nicht nachgemacht werden – es besteht Lebensgefahr. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden an Geräten und Personen.

1. Aufbau der Lampe

Grundsätzlich besteht meine Deckenlampe nur aus vier Elementen die relativ einfach miteinander verbunden werden. Die folgende Abbildung zeigt den kompletten Aufbau.

Der Aufbau der Deckenlampe

Schritt 1 – Die Trägerscheibe

Im ersten Schritt habe ich mit einer Stichsäge eine Scheibe aus dünnem Holz (5 mm Stärke) ausgesägt. Die Scheibe hat einen Durchmesser von ca 12 cm und in der Mitte ein Loch mit einem Durchmesser von etwa 4 cm. Für mein gewähltes Design habe ich die Scheibe anschließend schwarz lackiert.

Schritt 2 – Montage der Lampenfassung

Die Lampenfassung aus dem Baumarkt wird dann im zweiten Schritt auf die Trägerscheibe geschraubt. Da die E27-Fassung selber keine Anschraubmöglichkeiten hat, habe ich hier einfach einen E27-Schraubring an die Fassung geklebt und die Löcher des Schraubrings zum Verschrauben genutzt. Zwei dieser Schraubringe kosten im Baumarkt ca 1,50€, sonst gibt’s die auch bei Amazon im Dreierpack (zu Amazon). Das ganze ist natürlich etwas einfach gemacht, wenn man möchte kann man natürlich auch direkt eine Fassung mit Anschraub-Löchern kaufen: z.B. diese hier: zu Amazon

Schritt 3 – Die Bodenplatte

Aus etwas dickeren Holzresten ist dann die Bodenplatte entstanden. Die Platte hat einen Durchmesser von 18 cm ist aus 1,5 cm dickem Holz. Mittig ist auch hier eine Kreisbohrung mit einem Durchmesser von 8 cm. Die Größe des inneren Loches ist nicht ganz so wichtig, sie sollte nur etwa 4 cm kleiner als der Durchmesser der Trägerscheibe sein.

Auf der Unterseite habe ich eine Bohrung für das spätere Versorgungskabel von Außen nach Innen gesetzt. Diese Bohrung sollte so groß wie das Kabel sein – für ein NYM-Kabel sollte 10mm ganz gut passen.

Schritt 4 – Der Lampenschirm

Für den Lampenschirm habe ich mir einfach ein weißes Stück Stoff aus Restbeständen besorgt. Die Breite entspricht hier dem Durchmesser der Bodenplatte (18 cm) zzgl. einer Nahtzugabe in Höhe von 1cm pro Seite. Für die Höhe habe ich mir 12cm ausgesucht und auch hier ein Zugabe von beidseitig 1cm gewählt.

Dieses Stoffrechteck (20cm x 14cm) wurde dann an der kurzen Seite zu einem Schlauch zusammengenäht, der dann im besten Fall gerade so über die Bodenplatte gestülpt werden kann. Um den Stoff an der Platte zu befestigen, habe ich diesen dann von unten über die Platte gezogen und einfach darauf fest getackert. Abschließend kann man dann den Stoff über die Platte ziehen und die Lampe ist fertig.

2. Die Montage

Die besten Konstruktionen taugen nichts, wenn man sie nicht auch zusammenbauen kann. Daher folgt hier auch noch eine kurz die Erklärung wie sich diese Lampe an der Decke befestigen lässt.

Schritt 1 – Anbringen des Lampenschirms

Im ersten Schritt habe ich das „Gehäuse“ der Lampe – also die Bodenplatte und der damit verbundene Lampenschirm – mit zwei Schrauben an der Decke fixiert. Dabei ist die Position so gewählt, dass die Lampenkabel mittig durch das Loch der Bodenplatte geführt werden (siehe Bild).

Schritt 2 – Verkabeln der Lampenfassung

Im zweiten Schritt wird die an der Trägerscheibe befestigte Lampenfassung benötigt. Die Stromkabel werden jetzt mit der Lampenfassung verbunden.

Die Sicherung immer vorher ausschalten! 

Schritt 3 – Verbinden mit der Bodenplatte

Abschließend wird jetzt die Trägerscheibe mit zwei Schrauben an der Bodenplatte fixiert. Achtet unbedingt darauf, dass diese Montageschrauben nur in Holz eindringen und keine Kabel beschädigen. Es empfiehlt sich diese Bohrungen schon vorher vorzubohren. Damit ist die Lampe dann auch schon fertig, viel Spaß damit.

Anmerkungen zur Lampe

Die Stufe zwischen der Trägerscheibe und der Bodenplatte fällt durch die schwarze Farbe kaum auf. Wenn man jetzt eine andere Farbe wählt, könnte es hilfreich sein die Trägerscheibe auf das gleiche Maß wie die Bodenplatte zu setzen. Dadurch könnte man auch den Stoff des Schirms zwischen den Platten einklemmen und sich damit das Tackern sparen. Man sollte übrigens auch die Schraubenköpfe in der Farbe der Scheiben anstreichen, damit diese nicht so hervorstechen.

Der Stoff des Lampenschirms hängt übrigens nicht 100% kreisförmig herunter. Man sieht das zwar von unten kaum, aber wenn man das vermeiden möchte, kann man den Stoff am unteren Ende umnähen und einen dünnen Draht in diese Tasche hinein setzen. Dadurch behält der Stoff eine runde Form!

Übrigens kann ich das smarte Lichtsystem von Philips Hue vollends empfehlen. Seit einem Jahr machen die Lampen jetzt schon einen tollen Job. Sie lassen sich ganz entspannt vom Bett und von der Couch bedienen und können mit allen möglichen Diensten verbunden werden. Hier ein Starterset bei Amazon ansehen Das gute Stück ist zwar auf den ersten Blick etwas teuer, aber jetzt weißt du ja wie man das Geld wieder bei den Lampenschirmen spart 😁